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descriptionLachender Mund
Weiße, ebenmäßige Zähne und festes Zahnfleisch signalisieren Gesundheit und Schönheit. Mit gezielter Pflege bleibt das Gebiss ein Leben lang erhalten.
descriptionGrafik: Kariöser Zahn
Bakterien und Zucker – dieses Duo gräbt äußerst erfolgreich Löcher in die Zähne. Denn nur einer von 100 erwachsenen Deutschen ist völlig frei von Karies.
descriptionZahnuntersuchung
Erst ist das Zahnfleisch chronisch entzündet, dann wackeln die Zähne. Ohne rechtzeitige Maßnahmen droht Zahnausfall – und sogar Gefahr fürs Herz.
descriptionZahnprothese für den Unterkiefer
Ein zahnloser Mund sieht nur bei Babys niedlich aus. Wenn Erwachsene Zähne verlieren, muss Ersatz her – in Form von Brücken, Implantaten oder kompletter Prothese.
descriptionZahnbürste mit Zahnpasta
Mit der Zahnbürste allein ist es meist nicht getan. Zur Mundreinigung gehören auch Interdentalbürstchen, Zahnseide, Munddusche und Zungenbürste.
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Zahn um Zahn gesund

Die ersten Zähne des Menschen müssen nur ein paar Jahre durchhalten. Dann fallen die Milchzähne aus und machen einem neuen Gebiss Platz. Es begleitet uns ein Leben lang – aber nur, wenn wir gut darauf achten. Wer Zähne und Zahnfleisch zu wenig pflegt, muss Schmerzen, Zahnverlust und einen ästhetischen Makel in Kauf nehmen.

Im Überblick



Das Gebiss eines Erwachsenen besteht aus 32 Zähnen (inklusive Weisheitszähne): acht Schneidezähnen, vier Eckzähnen, zwölf großen und acht kleinen Backenzähnen.

Jeder Zahn besteht aus einer Zahnkrone, die im Mund sichtbar ist und einer Zahnwurzel, die im Knochenfach des Ober- beziehungsweise Unterkiefers steckt.

Ein Zahn ist aus verschiedenen Schichten aufgebaut. Die Zahnkrone ist mit einer harten Schmelzschicht überzogen. Dieser Zahnschmelz schützt das Zahninnere. Darunter liegt das weichere Dentin (Zahnbein). Es stellt den größten Anteil der Zahnhartsubstanz und ist im Bereich der Zahnkrone mit Zahnschmelz, im Zahnwurzelbereich mit einer dünnen Schicht Zement überzogen. Im Inneren des Dentins liegt wie in einer Höhle die Zahnpulpa mit Nervenfasern und Blutgefäßen, die den Zahn ernähren.
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Fest verankerte Wurzeln

Die Zahnwurzel steckt nicht einfach im Kiefer, sondern ist über den Zahnhalteapparat (Parodontium) im Knochen verankert. Das Parodontium besteht aus drei Komponenten: dem Zahnzement, dem Kieferknochen und den Haltefasern. Diese Fasern ziehen aus dem Zahnzement (oberflächliche Schicht der Zahnwurzel) in den Knochen und verankern den Zahn in seinem Knochenfach. Die Fasern ermöglichen dem Zahn eine gewisse Beweglichkeit, die auch zum Abpuffern verschiedener Krafteinwirkungen (zum Beispiel eines Faustschlags) beitragen.

Das Zahnfleisch (Gingiva) ist beim Gesunden blassrosa und fest. Es bildet eine eng anliegende Manschette um den Zahn und verhindert im gesunden Zustand, dass Bakterien in Richtung Zahnwurzel eindringen.
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Gesunde Zähne in gesunder Umgebung

Die gesamte Mundhöhle ist mit Schleimhaut ausgekleidet, die je nach Lage unterschiedlich aussieht und sich auch durch ihre Elastizität unterscheidet. Am Gaumen ist die Mundschleimhaut sehr derb und fest mit dem Knochen verbunden, in den anderen Mundbereichen jedoch ist sie weich, elastisch und verschiebbar. Unsere Mundschleimhaut gibt wichtige Hinweise über die Qualität der Ernährung, Erkrankungen und ein funktionierendes Immunsystem. Sie ist beim Gesunden sehr gut durchblutet und weist eine hohe Regenerationskraft auf. Deshalb heilen Wunden im Mund viel schneller als in manch anderen Bereichen des Körpers.

Dicht unter der Schleimhaut liegen die Speicheldrüsen. Die größten befinden sich unter der Zunge und im Wangenbereich. Viele kleinere Drüsen sind über den gesamten Mund-Rachen-Raum verteilt.

Der Speichel erfüllt wichtige Funktionen: Er verhindert, dass die Mundschleimhaut austrocknet und schützt sie durch antibakterielle Substanzen vor Infektionen. Beim Kauen wird vermehrt Speichel produziert, sodass ein transportfähiger Nahrungsbrei entsteht, den einige Enzyme im Speichel schon vorverdauen. Nach dem Essen umspült der Speichel die Zähne und reinigt sie dabei grob. Außerdem verdünnt er Säuren aus der Nahrung, die den Zahnschmelz angreifen.

Wer seinen viel strapazierten Kauapparat nicht von Kindheit an gut pflegt, riskiert schon in jungen Jahren Karies, Zahnverlust und krankes Zahnfleisch. Mit dem Alter verlieren jedoch auch gesunde Zähne an Substanz. Zum Beispiel wird das Gebiss gelblicher, weil der helle Zahnschmelz sich mit der Zeit abbaut und das darunter liegende dunklere Zahnbein zum Vorschein kommt.

Defekte Zähne können Schmerzen verursachen, Zahnbeläge zu Mundgeruch führen und nicht passende Prothesen peinliche Situationen im Kontakt mit anderen Menschen hervorrufen. Schlecht sitzender Zahnersatz führt zu einem verstärkten Knochenabbau, der den Halt neuer Prothesen einschränkt. Zum Wohlbefinden und zur Lebensqualität im Alter gehören ein funktionierendes Kauorgan und saubere, ästhetisch ansprechende Zähne.
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Zahnschmerzen: Ursache und Hilfe

Vom Baby bis zum Greis – jeder kann von Zahnschmerzen geplagt werden. Spätestens im Alter von sechs Monaten bricht der erste Zahn durch, was bei vielen Kleinkindern mit Schmerzen verbunden ist. Später können Zahnerkrankungen wie Karies oder Parodontitis (Entzündung des Zahnfleisches) den Schmerz auslösen. Und selbst im hohen Alter, wenn keine Zähne mehr im Kiefer sitzen, kann es zu schmerzhaften Zahnfleischentzündungen kommen.
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Zahnschmerzen können bohrend, klopfend, dumpf, stechend oder ziehend sein. Durch entzündliche Prozesse oder wenn sich Eiter bildet, kann die Wange sichtbar anschwellen.
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Häufige Ursachen für Zahnschmerzen sind:
  • Karies
  • Zahnfleischentzündung
  • Verlust von Füllungen
  • Zahnwurzelentzündung (Zahnabszess)
  • Durchbrechen der Milchzähne
  • Durchbrechen der Weisheitszähne
  • Fehlstellung der Zähne
  • Überempfindlichkeit der Zähne
  • Neueinstellung einer Zahnspange
  • Zahnbehandlung (zahnärztlicher Eingriff)
Tipp: Wenn auf Flugreisen oder beim Tauchen plötzliche Zahnschmerzen auftreten, kann eine unbemerkte Karies dahinterstecken. Die Druckänderungen durch die Höhenunterschiede führen dann zu starken Zahnschmerzen.

Tipp: Wenn der Zahnarzt nichts findet, können auch andere Krankheiten die Zähne druck- und schmerzempfindlich machen. Dies ist beispielsweise bei einer Nasennebenhöhlenentzündung der Fall.
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Nur wenige Zahnschmerzen gehen von selbst wieder vorbei. Die meisten haben eine konkrete Ursache. Deshalb git: immer einen Zahnarzt aufsuchen, wenn Zahnschmerzen auftreten. Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst behandeln. Denn nicht immer ist eine aufwendige zahnärztliche Maßnahme nötig.
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Wenden Sie sich an den Arzt, wenn:
  • Zahnschmerzen unbekannter Ursache auftreten
  • Sie eine Plombe verlieren
  • ein Stück vom Zahn abbricht
  • Sie einen pochenden Schmerz im Kiefer spüren
  • das Zahnfleisch stark entzündet ist
  • Ihre Zähne empfindlich auf heiße oder kalte Einflüsse reagieren

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Zahnschmerz, lass nach!

Kurzfristig, bis zum Zahnarztbesuch, helfen Schmerzmittel gegen Zahnschmerzen. Die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen oder Paracetamol lindern die Beschwerden.

Acetylsalicylsäure (ASS) wird bei allen leichten bis mittelschweren Schmerzen empfohlen. Bei Zahnschmerzen sollte es nur eingesetzt werden, wenn kein chirurgischer Eingriff bevorsteht. Es kann sonst zu einer länger anhaltenden Blutung kommen. Acetylsalicylsäure verlängert die Blutgerinnungszeit. Wenden Sie ASS nicht bei erhöhter Blutungsneigung, bestehenden Magen-Darm-Geschwüren, Niereninsuffizienz oder bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma an. Bei Kindern und Jugendlichen kann die Einnahme von Acetylsalicylsäure zu Komplikationen führen, wenn ein Virusinfekt oder eine fiebrige Erkrankung vorliegt. Leber und Hirn können geschädigt werden. Experten bezeichnen dieses Phänomen als Reye-Syndrom.

Naproxen
greift bei leichten bis mittelstarken Schmerzen. Es kann ebenfalls die Blutgerinnung beeinflussen. Bei Zahnschmerzen sollte es daher nur eingesetzt werden, wenn kein chirurgischer Eingriff bevorsteht. Wenden Sie Naproxen auch nicht bei erhöhter Blutungsneigung, bestehenden Magen-Darm-Geschwüren, Niereninsuffizienz oder bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma an.

Ibuprofen wird bei leichten bis mäßig starken entzündlichen Schmerzen eingesetzt. Der Wirkstoff eignet sich gut zur Behandlung von Zahnschmerzen. In der Regel beeinflusst Ibuprofen die Blutgerinnung nicht. Bei Magen-Darm-Erkrankungen, bei Nieren- oder Leberfunktionsstörungen oder bei allergischen Erkrankungen (Heuschnupfen, Asthma) sollte Ibuprofen jedoch nicht eingenommen werden.

Das Wirkspektrum von Paracetamol reicht von leichten bis starken Schmerzen. Paracetamol nimmt in der Regel keinen Einfluss auf die Blutgerinnung. Für Menschen mit empfindlichem Magen und für ältere Menschen bietet der Arzneistoff eine gute Alternative zu anderen Schmerzmitteln. Wenden Sie Paracetamol nicht in Kombination mit Alkohol an. Das belastet die Leber. Bei Leberfunktionsstörungen ist generell von der Einnahme abzuraten.
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Mundgeruch macht einsam

Mundgeruch ist keine Krankheit, kann jedoch Anzeichen einer Krankheit sein. Sehr häufig entsteht der unangenehme Atem durch Mikroorganismen in der Mundhöhle. Fäulnisbakterien nisten sich in Zahnfleischtaschen, kariösen Zähnen oder in Zahnzwischenräumen ein. Sie bilden aus Speiseresten, Blut oder abgestorbenen Zellen übel riechende Stoffwechselprodukte.

Kurzzeitig auftretender Mundgeruch ist meist harmlos. Er kann aber die Mitmenschen sehr stören, da die Betroffenen beim Sprechen oder Ausatmen unangenehme Gerüche verbreiten. Häufig ahnen sie nichts davon. Typische Ursachen für kurzzeitigen Mundgeruch sind geruchsintensive Speisen und Getränke (Knoblauch, Zwiebeln, Alkohol). Aber auch Rauchen oder bestimmte Medikamente können zu vorübergehendem Mundgeruch führen.

Hält der schlechte Atem länger an, kann er Anzeichen einer Krankheit sein. Entzündungen in der Mundhöhle oder im Nasen-Rachen-Raum können beispielsweise chronischen Mundgeruch verursachen. Daneben kommen auch Störungen im Magen-Darmtrakt oder Atemwegserkrankungen infrage, die den ausströmenden Atem verpesten.
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Mögliche Ursachen für Mundgeruch

im Mund
(Foetor ex ore):
  • Zahnfleischbluten
  • schlechte Füllungs- und Kronenränder, große Karieslöcher (Mikroorganismen sammeln sich in den Nischen an und bilden übel riechende Stoffwechselprodukte)
  • mangelhafte Zahnhygiene, Speisereste zwischen den Zähnen
  • Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Mundtrockenheit (zum Beispiel nach Schlafen mit offenem Mund: Verminderter Speichelfluss begünstigt die Einnistung unerwünschter Mikroorganismen)
  • Zungenbelag
  • Schädigung der Mundflora zum Beispiel nach einer Antibiotika-Behandlung (Neben den krankheitsauslösenden Keimen werden auch die natürlichen, gesundheitsfördernden Keime der Mundflora angegriffen. Das Ungleichgewicht in der Bakterienbesiedlung kann Mundgeruch begünstigen.)
im Rachen (Halitosis)
  • Nasensekret läuft in den Rachen
  • chronische Mandelentzündung, Halsentzündung
in der Nase
  • Nasennebenhöhlen- oder Kieferhöhlenentzündung
in den Atemwegen
  • chronische Bronchitis, Lungenentzündung
in der Speiseröhre
  • Magensäure gerät in die Speiseröhre,
  • saures Aufstoßen
im Magen
  • Magenschleimhautentzündung
  • Übersäuerung des Magens
  • Infektionen im Magen-Darm-Trakt
Sonstige
  • schlecht eingestellter Diabetes mellitus
  • chronische Leber- und Nierenfunktionsstörungen
  • längeres Fasten oder einseitige Diäten

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Wenn der Mundgeruch längere Zeit anhält, sollte die Ursache von einem Arzt oder Zahnarzt abgeklärt werden. Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst behandeln. Mittel zur Bekämpfung von Mundgeruch sind im Allgemeinen gut verträglich. Manche Mittel eignen sich nur für den kurzzeitigen Gebrauch. Angaben zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Bei konkreten Fragen und individuellen Problemen beraten wir Sie gerne in der Apotheke.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • der Mundgeruch ohne erkennbare Ursache auftritt,
  • Sie neben Mundgeruch Beschwerden im Magen-Darm-Trakt haben,
  • gleichzeitig Erkältungssymptome auftreten oder
  • Entzündungen in der Mundhöhle vorliegen (Zahnarzt aufsuchen).

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Hilfe bei Mundgeruch: Zungenbürste und Chlorophyll

80 Prozent aller Mundgerüche entstehen in der Mundhöhle. Dort gibt es Fäulnisbakterien, die Bestandteile aus dem Speichel oder aus Nahrungsresten zu flüchtigen chemischen Verbindungen abbauen. Einen unangenehmen Geruch verursachen vor allem die so entstandenen Schwefelverbindungen. In Zahnzwischenräumen, Zahnfleischtaschen (bei Parodontitis), Zungenpapillen (kleine kugelartige Erhebungen auf der Zunge) und den überstehenden Kronenrändern fühlen sich die Bakterien besonders wohl.

Durch tägliche Zahnpflege können Sie Bakterienbelägen entgegenwirken. Zähneputzen und der Einsatz von Zahnseide sind dabei unerlässlich. Denken Sie auch daran, Zahnbürsten rechtzeitig auszutauschen. Mindestens sechs Zahnbürsten werden pro Jahr bei täglicher Zahnpflege verschlissen. Laut Statistik verwendet jeder erwachsene Deutsche jährlich jedoch nur eine bis zwei Zahnbürsten.

Neben dem gründlichen und regelmäßigen Putzen der Zähne ist der Einsatz von Zahnseide (gewachst, ungewachst, geflauscht) ganz entscheidend. Zahnzwischenräume können damit von Speiseresten befreit werden, den Mikroorganismen wird dadurch der Nährboden entzogen. Zur Reinigung größerer Zahnzwischenräume eignen sich Interdentalbürstchen. Das Gurgeln oder Spülen mit antibakteriellem Mundwasser ergänzt die Zahnpflege. Antiseptisch wirksame Inhaltsstoffe können bei längerer Anwendung auch die körpereigenen, gesundheitsfördernden Bakterien (Mundflora) schädigen. Sind keine anderen Erkrankungen für den Mundgeruch verantwortlich, gibt es verschiedene Methoden, ihm zu Leibe zu rücken.

Tipp: Alles, was die Speichelbildung anregt, beugt Mundgeruch vor. Speichel hat eine reinigende Funktion. Bevorzugen Sie deshalb Lebensmittel (Obst, Rohkost), die man kräftig kauen muss. Dadurch entsteht viel Speichel. Zahnpflegende, zuckerfreie Kaugummis oder Lutschpastillen fördern den Speichelfluss ebenfalls. Sie enthalten außerdem ätherische Öle (Pfefferminz, Eukalyptus etc.) und sorgen so für frischen Atem.

Tipp: In der Nahrung enthaltene Säuren können den Zahnschmelz schädigen. Durch ausreichenden Speichelfluss werden diese Säuren verdünnt und „entschärft“. Zahnärzte empfehlen deshalb den Verzehr zuckerfreier Kaugummis nach dem Essen. Zuckerfreie Kaugummis können als „Vorreinigung“ vor dem Zähneputzen eingesetzt werden. Beläge auf der Zunge können durch einen Zungenschaber entfernt werden.

Nach oder auch schon vor dem Verzehr geruchsintensiver Speisen haben sich chlorophyllhaltige Dragees bewährt. Chlorophyllin wird aus natürlichem Blattgrün gewonnen und wirkt desodorierend (geruchsbindend). Ein bis drei Dragees sollen mit ausreichend Flüssigkeit am besten zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen, sollten Schwangere, Stillende und Kinder unter zwölf Jahren auf chlorophyllhaltige Produkte verzichten.

Daneben gibt es auch Dragees, die durch aktiven Sauerstoff wirken. Übel riechende Verbindungen werden dadurch in geruchsneutrale Stoffe umgewandelt. Zusätze von Menthol oder Minzöl sorgen für ein angenehmes Frischegefühl.
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Desinfizierende Mundwässer und -spülungen ergänzen die Zahnpflege und tragen zur besseren Mundhygiene bei. Sie wirken dem Einnisten von Bakterien in der Mundhöhle entgegen und beugen dadurch Mundgeruch vor. Einige Produkte können täglich angewendet werden. Andere Mittel wie chlorhexidinhaltige Zubereitungen eignen sich nur für den kurzfristigen Gebrauch. Sie werden empfohlen, wenn der Mundgeruch durch Entzündungen im Mund verursacht wird. Zahnärzte empfehlen diese Mittel auch nach zahnchirurgischen Eingriffen, wenn die Zahnpflege nur eingeschränkt möglich ist.
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Pilze im Mund befallen überwiegend Senioren

Viele Erkrankungen der Mundschleimhaut werden durch den Hefepilz Candida albicans hervorgerufen. Er kommt zwar auch in der gesunden Mundflora vor, kann aber überhand nehmen und sich zu einer Erkrankung entwickeln, wenn die Immunabwehr geschwächt ist, etwa durch Medikamente, Infektionskrankheiten oder Vitaminmangel. Für den Pilzbefall sind daher viele Senioren anfällig. Er ist nicht schmerzhaft, fällt aber durch einen weißlichen Belag auf der Mundschleimhaut auf, besonders häufig in Bereichen unter der Zahnprothese. Stellen Sie solche Beläge bei sich fest, sollten Sie umgehend einen Zahnarzt aufsuchen.

Die Infektion mit Candida albicans entsteht auch an den Mundwinkeln, wenn eine schlaffe Wangenmuskulatur oder abgenutzte Prothesenzähne sie tief absinken lassen. Durch das jahrelange Tragen der Zahnprothesen verschleißen die künstlichen Zähne, sodass die Bisshöhe zu niedrig wird. Die Haut um die Mundwinkel legt sich dann in Falten. Die hängenden Mundwinkel sind durch den Speichel ständig feucht und bieten für den Pilz ideale Wachstumsbedingungen.

Pilze in der Mundhöhle oder in den Mundwinkeln werden mit Antimykotika (Medikamente gegen Pilze) behandelt. Die Erkrankung heilt ohne Narbenbildung aus. Damit die Bläschen nicht wieder auftreten, muss der Zahnarzt die Prothese überprüfen und gegebenenfalls überarbeiten lassen.
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Herpes – vor allem im Kindermund

Es gibt unterschiedliche Herpes-Viren, die verschiedene Krankheiten auslösen können. Im Bereich des Mundes ist ein Befall der Lippen durch das Herpes labialis-Virus am häufigsten. Wer sich einmal infiziert hat, bleibt sein Leben lang Träger des Virus. Die Viren halten sich im inaktiven Zustand in Nervenzellen auf. Kommt es aber zum Beispiel durch eine Erkältung, starke Sonnenbestrahlung oder Stress zur Schwächung der Immunabwehr, dann wird das Virus aktiv. Zunächst spürt der Betroffene einen brennenden Juckreiz an der Lippe. Dann bilden sich kleine Bläschen, die eine große Anzahl neuer Viren enthalten. Nach ein paar Tagen platzen diese Bläschen auf und heilen unter Schorfbildung ab.

Das Herpes-Virus kann auch die Mundschleimhaut befallen, im Volksmund wird dies Mundfäule genannt. Sie tritt meistens bei Kindern im Alter zwischen zwei und vier Jahren auf. Die Erkrankten leiden unter schmerzhaft geschwollenem Zahnfleisch, Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl. Die Mundschleimhaut ist übersät mit vielen kleinen Bläschen und Flecken. Alle Veränderungen heilen in der Regel nach zehn bis 14 Tagen ab.

Herpes-Viren lassen sich mit Salben behandeln, die ein Virostatikum (Wirkstoff gegen Viren) enthalten. Trägt man das Medikament schon beim allerersten Ziehen und Zwicken am Mund auf, kann man meistens die Bläschenbildung verhindern.
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Veränderungen der Mundschleimhaut

Nach jahrelanger schlechter Mundhygiene sowie starkem Alkohol- und Zigarettenkonsum können Veränderungen der Mundschleimhaut auftreten. Sie können gut- oder bösartig sein und erfordern eine gründliche Diagnostik. Beim halbjährlichen Routinebesuch sollte der Zahnarzt auch die Mundschleimhaut kontrollieren. Treten unklare Verletzungen im Mund auf, kann er mögliche Reizfaktoren (zum Beispiel spitze, scharfe Kanten an Zähnen oder Zahnersatz) ermitteln und ausschalten. Bildet sich die Gewebeveränderung innerhalb von 14 Tagen nicht zurück, ist der Besuch eines Spezialisten empfehlenswert.

Da bösartige Formen der Mundschleimhauttumoren sehr schnell wachsen, ist es wichtig, sie rechtzeitig zu erkennen. Je kleiner ein Tumor ist, desto eher lässt sich durch das Entfernen eine Heilung erreichen. Eine kleinere Operationswunde im Mund ist auch leichter zu behandeln und beeinträchtigt die Lebensgewohnheiten weniger.

Die vollständige chirurgische Entfernung des betroffenen Haut- und Schleimhautareals ist die gängigste Behandlungsmethode bei Tumoren und Krebserkrankungen. In der Regel nimmt ein Mund-Kiefer-Gesichtschirurg die Operation vor. Bei größeren Defekten deckt er den entstandenen Defekt durch benachbartes Gewebe ab. Abhängig von der Tumorausdehnung setzt der Arzt die Bestrahlungstherapie und die Chemotherapie ein. Regelmäßige Nachuntersuchungen sind bei allen gutartigen und bösartigen Veränderungen ein Muss.
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Grafik: Querschnitt von Zahn und Zahnhalteapparat
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Tiefwurzler: Der größere Teil des Zahns ist unsichtbar. Seine Wurzeln, wie hier bei einem Backenzahn, sind tief im Kieferknochen verankert. Harter Zahnschmelz und dichtes Zahnfleisch schützen das weiche Zahnbein (im Bild orange), das wiederum den Nerv umhüllt.
Mund eines Babys
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Erste Zahnschmerzen: Es kann ganz schön wehtun, wenn die Milchzähne durchbrechen. Zahnende Babys sind daher quengeling und haben oft etwas Fieber, bis der neue Zahn da ist.
Mann fasst sich an die Wange
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Dicke Backe: Tiefe Karies oder eine Entzündung an der Zahnwurzel kann quälende Schmerzen und Schwellungen verursachen. Dann steht ein Termin beim Zahnarzt dringend an.
Frau hält die Hand vor den Mund
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Schlechter Atem: Wenn Speisereste sich in Zahnzwischenräumen, unter Brücken oder Kronenrändern festsetzen und von Bakterien zersetzt werden, entsteht übler Mundgeruch.