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Burnout – Medikamente
Medikamente zur Therapie des Burnout-Syndroms sollten nur in Verbindung mit einer Psychotherapie gegeben werden. Zudem ist es sehr wichtig, dass ein Arzt die medikamentöse Therapie eng begleitet. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann eine Therapie mit Medikamenten wie Psychopharmaka durchaus sinnvoll sein. Sie erleichtern beispielsweise den Einstieg in eine Psychotherapie, indem sie die stärksten Symptome erst einmal lindern und den Betroffenen so aufnahmefähiger machen. Welche Psychopharmaka eingesetzt werden, richtet sich nach den Symptomen des Betroffenen. Antidepressiva beispielsweise hellen die Stimmung auf. Tranquilizer lösen Ängste und beruhigen, machen jedoch abhängig und dürfen deshalb nur kurzfristig eingenommen werden. Häufig werden pflanzliche Arzneimittel verschrieben, die etwa Johanniskraut enthalten. Das stabilisiert die Stimmung. Präparate mit Baldrian, Hopfen oder Melisse beruhigen dagegen. Zudem kann es bei der Therapie des Burnout-Syndroms sinnvoll sein, auch die körperlichen Symptome mit Medikamenten zu behandeln. Beispielsweise können kurzfristig Schlafmittel gegen Schlafstörungen eingesetzt werden. Auch Arzneimittel gegen Kopfschmerzen oder Verdauungsbeschwerden sind hier Beispiele.
COPD – Medikamente: PDE-4-Hemmer
Eine neue Medikamentengruppe, die bei COPD zum Einsatz kommt, sind die sogenannten Phosphodiesterase-4-Hemmer – kurz PDE-4-Hemmer. Der bisher einzige Vertreter dieser Gruppe ist der Wirkstoff Roflumilast. Roflumilast kommt bei schweren COPD-Fällen zum Einsatz Roflumilast wird bei Patienten mit schwerer COPD eingesetzt, bei denen es in der Vergangenheit oft zu sogenannten Exazerbationen, also akuten Verschlechterungen der Atmung kam. Der Wirkstoff blockiert die Wirkung des Enzyms PDE4, das am Entzündungsprozess bei COPD beteiligt ist, und wirkt somit entzündungshemmend. Die Therapie wird mit einem Bronchodilatator wie Salmeterol oder Tiotropiumbromid kombiniert – einem Medikament, das die Bronchien erweitert. Mögliche Nebenwirkungen Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Roflumilast auftreten können, sind zum Beispiel Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen, Gewichtsverlust sowie Kopfschmerzen. Es kann auch zu psychischen Störungen wie Angstzuständen, Nervosität, Schlafstörungen und Depressionen kommen. Nicht eingesetzt werden sollten PDE-4-Hemmer bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen.
Herzinfarkt – „Eva-Infarkt“
Lediglich jede dritte Frau klagt bei einem Herzinfarkt über die klassischen Symptome. Daher sollten Frauen mit Herzinfarkt-Risiko genau untersucht werden, wenn die folgenden Symptome oder Vorzeichen auftreten: Vorzeichen: Viele Frauen spüren in den Tagen vor dem Infarkt ein außergewöhnliches Unwohlsein, dazu sind sie müde und haben gleichzeitig ungewohnte Schlafstörungen. Liegen Risikofaktoren für eine Herzerkrankung – wie hoher Blutdruck oder ein erhöhter Cholesterinspiegel – vor, sollte zur Abklärung ein Arzt aufgesucht werden. Symptome: Der Herzinfarkt selbst, bei Frauen auch „Eva-Infarkt“ genannt, äußert sich vielfach nur schwach. Er macht sich bei Frauen zu 22 Prozent nur durch Übelkeit bemerkbar. Auch Schwächegefühl und Erbrechen können auf den weiblichen Infarkt hindeuten, besonders wenn noch außergewöhnliche Nacken-, Gesichts- und Rückenschmerzen hinzukommen. Weil der „Eva-Infarkt“ oft so untypisch abläuft, wird er häufig nicht richtig diagnostiziert und behandelt. Das ist ein Grund dafür, warum mehr als die Hälfte der Frauen an einem Herzinfarkt stirbt, während Männer bessere Überlebenschancen haben. Weil der Infarkt in der Öffentlichkeit lange als „typisch männliche Erkrankung“ galt, konsultieren Männer zudem bei auftretenden Symptomen früher einen Arzt und verhindern so das Schlimmste.
Symptome einer Herzneurose
Was der Patient spürt und was der Arzt diagnostiziert – dies sind bei der Herzneurose zwei ganz unterschiedliche Dinge. Der Patient spürt während der Panikattacke: Zittern, Schwitzen, Schwindel, Kopfschmerzen, innere Unruhe, Herzstolpern und Extra-Schläge (Extrasystolen), Drücken, Stechen oder Schmerzen in der Brust mit Ausstrahlung in den linken Arm wie bei einem Herzinfarkt, Beklemmungsgefühl. Immer begleiten Angst, Panik, ja Todesangst diese Symptome. Auch schweres Atmen kommt hinzu. Durch das hektische und verstärkte Einatmen kann ein Ungleichgewicht zwischen Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Blut entstehen, das zu Krampfanfällen (Tetanie) führt. Nach der Attacke fühlt der Patient sich müde und erschöpft. Häufig leiden Patienten mit einer Herzneurose auch unter Schlafstörungen. Der Arzt kann kaum etwas feststellen Die Beschwerden sind für den Herzneurotiker höchst dramatisch, oft ist er überzeugt, dem Tode nahe zu sein. Doch bei der ärztlichen Untersuchung lässt sich objektiv meist nichts Auffälliges feststellen. Die Angst führt allenfalls zu einer etwas beschleunigten Herzfrequenz (Tachykardie). Die Untersuchungsergebnisse beruhigen den Patienten zunächst. Süchtig nach immer aufwendigeren Untersuchungen Überhaupt legt sich die Angst in Gegenwart des Arztes meist rasch. Nach einigen Tagen oder Stunden wachsen Zweifel und Angst jedoch erneut. Der Patient glaubt, der Arzt könne etwas übersehen haben. Es entsteht der Wunsch nach immer aufwändigeren Untersuchungen. Die Aufmerksamkeit ist zunehmend auf das eigene Herz gerichtet. Schon ein etwas stärkeres Pochen oder schnellerer Rhythmus kann einen erneuten Angstschub auslösen. Die Angst ihrerseits steigert die Herzfrequenz. Ein Teufelskreis.
Demenz und Alzheimer: Vergesslich? Wann zum Arzt?
Wenn Sie aufgrund von Gedächtnisproblemen eine anhaltende Überforderung verspüren, Ihren Alltag (oder auch Beruf) nicht mehr wie gewohnt bewältigen können oder sich Ihre Persönlichkeit dauerhaft verändert, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Dies muss nicht zwangsläufig auf einen Hirnabbauprozess hindeuten: Starke berufliche Belastung oder einschneidende Lebensereignisse können ebenfalls zu derartigen Störungen führen. Und auch Schlafstörungen beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit des Gehirns, da das Gehirn die nächtliche Ruhe zur Regeneration und Erholung benötigt. Bei dauerhaften Veränderungen zum Arzt gehen Vereinfacht lässt sich sagen: Wenn Sie bei sich dauerhafte Veränderungen bemerken, die Sie beunruhigen, ist in jedem Fall ein Gespräch mit dem Hausarzt sinnvoll. Sofern Sie regelmäßig bei Ihrem Hausarzt in Behandlung sind, wird er einschätzen können, ob eine weitergehende Untersuchung bei einem Facharzt erforderlich ist. Sollten sich plötzlich starke Veränderungen in Ihrer Denkleistung oder Konzentrationsfähigkeit bemerkbar machen und diese vielleicht auch von Störungen der Beweglichkeit, der Sprache oder des Sehens begleitet werden, sollten Sie unbedingt umgehend einen Arzt aufsuchen. In diesen Fällen könnte auch ein Schlaganfall für die Beschwerden verantwortlich sein.
Depression – Diagnose
Da die Symptome der Depression in unterschiedlicher Zusammensetzung, Dauer, Intensität und Häufigkeit auftreten, ist es für den Arzt nicht immer leicht, eine Depression als behandlungsbedürftige Krankheit zu diagnostizieren. Die Patienten klagen meist nicht über depressive Verstimmung, sondern über körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen. Das erschwert die Diagnose zusätzlich. Nach einer Studie der Universität Mainz befürchten außerdem 80 Prozent depressiv erkrankter Menschen durch das Bekanntwerden einer psychischen Krankheit nachteilige Folgen für ihr Berufs- und Privatleben. Über die Hälfte aller Depressionen bleiben daher trotz Arztbesuch unerkannt. Diagnose: Ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung Zur Diagnose einer Depression gehören neben einem ausführlichen Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) auch eine Untersuchung des Nervensystems und der inneren Organe. Der Arzt sollte außerdem darüber in Kenntnis gesetzt werden, welche Medikamente der Patient bereits einnimmt.Für die anschließende Wahl der geeigneten Behandlung ist eine Diagnose des Schweregrads der Depression – also Anzahl und Ausprägung der Symptome – von wesentlicher Bedeutung. Für die genaue Einschätzung und Beurteilung einer Depression gibt es eine Reihe anerkannter psychologischer Testverfahren wie die Hamilton-Depressionsskala oder die Depressions-Selbstbeurteilungsskala nach v. Zerssen. Dabei handelt es sich um Fragenkataloge, die wichtige Symptome erfassen und die Antworten mit Punkten bewerten. Anhand der Punktsummen lässt sich das Ausmaß einer Depression ermitteln.
Major Depression – eine Form von Depression
Hinter dem Begriff Major Depression versteckt sich die typische, klassische Form der Depression mit einem schweren Verlauf. Früher wurde diese Form als „endogene Depression“ bezeichnet. Eine „Major Depression“ liegt vor, wenn zu den bekannten drei Hauptsymptomen Interessenlosigkeit, Antriebsmangel und Niedergeschlagenheit mindestens noch zwei weitere Nebensymptome hinzukommen. Nebensymptome sind beispielsweise verminderte Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle oder Schlafstörungen. Die Betroffenen sind dadurch in ihren Alltagsaktivitäten stark beeinträchtigt und können diese nicht mehr ausführen. Major Depression verläuft oft phasenhaft Dem Beginn der Erkrankung können belastende Situationen wie Erkrankungen, Verluste oder Alkoholmissbrauch vorausgehen. Oft verläuft die Major Depression phasenhaft, das heißt, zwischen den depressiven Episoden liegen längere beschwerdefreie Zeiträume. Das Suizidrisiko beträgt ohne Therapie etwa 15 Prozent. Manchmal entwickelt sich daraus auch eine bipolare Störung, das heißt, Phasen mit gedrückter und gehobener Stimmungslage wechseln sich ab. Die Ursachen dafür sind bisher nicht bekannt.
Depression – Lichttherapie/Schlafentzug
Vor allem bei sogenannten saisonalen Depressionen (SAD, Winterdepressionen) wird die Lichttherapie alleine oder in Kombination mit anderen Therapien erfolgreich eingesetzt: Dabei kommt eine Lichtquelle mit einer Lichtintensität von mindestens 2.500 Lux, besser 10.000 Lux zum Einsatz. Die Lichttherapie sollte täglich bis zu einer Woche am besten vormittags für 30 bis 40 Minuten durchgeführt werden. Der Patient muss immer wieder in die Lichtquelle sehen, damit über die Netzhaut und den Sehnerv die Ausschüttung von Serotonin gefördert wird.Nebenwirkungen der LichttherapieGelegentlich treten Augenreizungen und vermehrter Tränenfluss auf, auch über Kopfschmerzen wurde berichtet. Selten kommt es bei der Lichttherapie zu Gereiztheit oder Überaktivität. Schlafentzug Die meisten aller Menschen mit Depressionen (90 Prozent) leiden unter Schlafstörungen. Vor allem in der zweiten Hälfte der Nacht und in den frühen Morgenstunden werden im Schlaf vermehrt Überträgerstoffe ausgeschüttet, die das Gleichgewicht der Botenstoffe im Hirnstoffwechsel durcheinander bringen und dadurch zu Depressionen führen. Deswegen verordnen Ärzte in manchen Fällen den Schlafentzug als Therapie an, der ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt werden kann. Der Patient bleibt beim Schlafentzug eine ganze oder halbe Nacht und den darauffolgenden Tag lang wach. Danach klingt die Depression meist ab. Der Effekt hält allerdings nur kurz – für einige Tage – an. Daher handelt es sich beim Schlafentzug nur um ein zusätzliches Verfahren, das in Kombination mit Pharmako- und Psychotherapie zum Einsatz kommt.
Ernährung – Anti-Aging-Vitalstoffe | Das Hormon Melatonin
Melatonin ist ein Hormon, das von der Zirbeldrüse, einer kleinen Drüse im Gehirn, produziert wird. Es beeinflusst den Schlaf-Wach-Rhythmus. Bei Dunkelheit wird mehr Melatonin ausgeschüttet Die Ausschüttung von Melatonin wird über Lichtreize gesteuert, die über das Auge an das Sehzentrum weitergeleitet werden. Bei Dunkelheit wird vermehrt Melatonin ausgeschüttet und so der Schlaf eingeleitet. Aus diesem Grund findet Melatonin vor allem bei Schlafstörungen oder Flugreisenden mit Jet-Lag Einsatz. Wegen fehlender Langzeituntersuchungen sind mögliche Nebenwirkungen noch nicht abschließend beurteilbar. Als Nebenwirkungen können Krämpfe, Übelkeit, Kopfschmerz und Schwindel auftreten. Außerdem wurde eine abnehmende Libido und bei Männern eine Brustvergrößerung (Gynäkomastie) beobachtet. Vorsicht geboten ist bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente wie einigen Antibiotika, Östrogenpräparaten, bestimmten Hypertonika, Beruhigungs- oder Schlafmittel sowie bei Alkohol und Zigarettenrauch. Einfluss auf den Melatoninspiegel So können Sie den körpereigenen Melatoninspiegel beeinflussen: Sorgen Sie für ausreichend Schlaf in einem möglichst dunklen Zimmer, denn Licht bremst augenblicklich die Produktion des Schlafhormons. Auch regelmäßige Entspannungsübungen wirken sich positiv auf den Melatoninspiegel aus.
Fibromyalgiesyndrom – Medikamente
Es gibt kein Medikament, das in Deutschland speziell für die Therapie des Fibromyalgiesyndroms zugelassen wäre. Die Arzneimittel die eingesetzt werden, werden off label verschrieben, das heißt sie sind zwar nicht für die Krankheit zugelassen, werden aber – im Rahmen von Leitlinien – dennoch häufig verwendet. Beim Fibromyalgiesyndrom sind diese off label verschriebenen Medikamente meist Antidepressiva, vor allem wenn Angststörungen oder depressive Verstimmungen die Schmerzen begleiten. Auch Pregabalin – ein Antikonvulsivum – wird auf diese Weise eingesetzt. Mit Antidepressiva gegen das Fibromyalgiesyndrom Die meisten Fibromyalgiepatienten sehen ihr Problem vorrangig in den Schmerzen und sind deshalb skeptisch, was die Einnahme von Antidepressiva angeht. Doch können die Medikamente auch einen Einfluss auf die Schmerzen, die Müdigkeit und eventuell auftretende Schlafstörungen nehmen. Antidepressiva sind vor allem dann anzuraten, wenn Begleitsymptome wie depressive Verstimmungen oder Angststörungen auftreten. Die Antidepressiva, die beim Fibromyalgiesyndrom zwar nicht zugelassen sind, jedoch von der Leitlinie empfohlen werden, sind trizyklische Antidepressiva – hauptsächlich Amitriptylin – und der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Duloxetin. Eine Wirksamkeit konnte vor allem für Amitriptylin bestätigt werden. Es ist deshalb Mittel der ersten Wahl. Kann es nicht eingesetzt werden, wird meist auf Duloxetin zurückgegriffen. Daneben können weitere Serotonin-Wiederaufnahmehemmer zum Einsatz kommen – beispielsweise Fluoxetin oder Paroxetin. Antidepressiva sollten jedoch immer nur kurzfristig eingenommen werden und können Nebenwirkungen auslösen. Pregabalin beim Fibromyalgiesyndrom Wenn Amitriptylin nicht wirkt, oder wegen einer Kontraindikation nicht eingesetzt werden kann, kann eventuell eine Therapie mit Pregabalin erfolgen. Das Medikament wird vor allem gegen Nervenschmerzen und epileptische Anfälle verschrieben, es kann jedoch auch beim Fibromyalgiesyndrom die Schmerzen und Schlafstörungen reduzieren. Auch Pregabalin ist nicht zur Behandlung des FMS zugelassen und muss off label angewendet werden. Nicht empfohlene Medikamente beim Fibromyalgiesyndrom Darüber hinaus gibt es einige Medikamente, die in der Leitlinie der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS) ausdrücklich nicht empfohlen werden. Dazu gehören weitere Antidepressiva wie Tranquilizer (Angstlöser), Schlafmittel und Neuroleptika. Denn für diese Mittel konnte nicht nachgewiesen werden, dass sie beim Fibroymalgiesyndrom wirken. Zudem haben sie zum Teil erhebliche Nebenwirkungen. Deshalb sollten sie nicht eingesetzt werden. Auch für Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol gibt es keine Wirksamkeitsnachweise. Von einer Verwendung wird deshalb abgeraten.