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descriptionAlte Menschen
Herzschwäche ist eine ernsthafte Erkrankung, die vor allem ab dem 60. Lebensjahr vermehrt auftritt. Bei richtiger Behandlung ist ein aktives Leben aber möglich.
descriptionAnzeige eines Blutdruckmessgeräts
Verengte Gefäße und hoher Blutdruck zwingen das Herz zu ständiger Mehrarbeit mit zu wenig Sauerstoff. Seine Muskeln werden unelastisch, die Pumpleistung sinkt.
descriptionFrau hustet
Schwäche, Atemnot und Husten (Asthma kardiale) deuten je nach Ausprägung auf eine chronische oder akute Herzinsuffizienz – die lebensgefährlich sein kann.
descriptionTabletten
Blutdruck senken, entwässern und das Herz unterstützen sind die Eckpfeiler der Therapie – mit Medikamenten wie Betablockern, Diuretika oder ACE-Hemmern.
descriptionMarkierung auf dem Fahrradweg
Bewegung, Gewicht reduzieren und die richtige Ernährung stärken das Herz. Auch moderater Sport gehört heute zur Therapie einer Herzinsuffizienz.
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Therapie: Doppelte Hilfe fürs Herz: Mit Medikamenten entlasten und stärken

Herzinsuffizienz entsteht oft als Folge von Bluthochdruck und koronarer Herzkrankheit. Eine Behandlung der Grundkrankheit ist deshalb der erste Therapie-Schritt: Der Blutdruck sollte optimal eingestellt, der Herzmuskel besser durchblutet, ein Klappenfehler operiert und eine Entzündung ausgeheilt sein.



Im Überblick



Je früher die Behandlung, desto größer die Erfolgschancen

Auch Patienten, die bei normaler Belastung beschwerdefrei sind, deren Herz aber bereits Zeichen von Schwäche aufweist, werden Medikamente verordnet. Denn: Je früher die Behandlung beginnt, desto größer ist die Chance, das Herz vor weiteren Schäden zu bewahren. Eine richtig gewählte und wirksame Therapie erkennen Sie daran, dass Ihre Beschwerden nachlassen und Sie vielleicht sogar wieder belastbarer werden.
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Folgende Medikamente kommen in der Therapie einer chronischen Herzinsuffizienz zum Einsatz:
Alle Medikamentengruppen dienen entweder der Stärkung oder Entlastung des geschwächten Herzens.
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Anlaufstelle Hausärzte

Weil die Herzinsuffizienz eine der häufigsten Krankheiten ist, hat jeder Hausarzt Routine in der Verordnung der Medikamente. So werden etwa ACE-Hemmer anfangs niedrig dosiert und erst später in der Dosis erhöht. Weisen Sie Ihren Arzt darauf hin, wenn Sie unter einer ACE-Behandlung dauernd husten müssen. Denn das ist eine mögliche Nebenwirkung von der Behandlung mit ACE-Hemmern. Der Husten kann mitunter dazu zwingen, die Medikamente abzusetzen. Alternativ können AT1-Antagonisten gegeben werden. Die Medikamente dienen der Blutdrucksenkung und entlasten dadurch das geschwächte Herz.
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Medikamente unbedingt regelmäßig nehmen!

Selbstverständlich sollten Sie Ihre Medikamente regelmäßig einnehmen, so wie der Arzt sie Ihnen verordnet hat. Manchmal denkt man nicht dran oder das tägliche Tablettenschlucken fällt schwer, besonders dann, wenn man sich wohl fühlt und keine Beschwerden hat. Bedenken Sie aber: Eine einmal aufgetretene Herzschwäche verschwindet nicht wieder. Im besten Fall erreichen die Tabletten, dass der Herzmuskel sich nicht weiter verdickt oder sogar wieder dünner wird. Das erreichen Sie aber nur durch konsequente Einhaltung der Therapie!
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ACE-Hemmer senken den Blutdruck

Wirkung und Anwendungsgebiete

ACE-Hemmer blockieren die Bildung des körpereigenen Hormons Angiotensin, indem sie ein dafür benötigtes Enzym hemmen (ACE = Angiotensin Converting Enzyme) blockieren. Angiotensin erhöht den Blutdruck. Eine medikamentös gehemmte Angiotensinbildung führt also zur Blutdrucksenkung. Dies wird dadurch erreicht, dass die Gefäße sich erweitern und die Niere mehr Kochsalz und Wasser ausscheidet. Ein wichtiger Aspekt zur Behandlung der Ödeme bei einer Herzinsuffizienz. Außerdem wirken ACE-Hemmer dem krankhaften Wachstum von Gefäßwand- und Herzmuskelzellen entgegen. ACE-Hemmer gelten als Mittel der Wahl, wenn die Herzinsuffizienz durch einen Bluthochdruck bedingt ist oder auch zusätzlich ein Diabetes mellitus besteht. Krankhafte Nierengefäßveränderungen bei Diabetikern werden durch ACE-Hemmer günstig beeinflusst.

Auch Patienten nach einem Herzinfarkt profitieren von einem ACE-Hemmer.

Bekannte Vertreter dieser Gruppe sind: Captopril, Enalapril, Lisinopril und Ramipril.
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Nebenwirkungen

Häufigste Nebenwirkung der ACE-Hemmer ist ein quälender Hustenreiz, der unter Umständen zum Absetzen des Medikaments zwingt. Gefürchtet ist außerdem das so- genannte Quincke-Ödem, eine rasche Schwellung von Haut und Schleimhäuten, besonders an Augenlidern, Lippen, Wangen und Genitalien. Sind die Atemwege beteiligt, besteht Erstickungsgefahr. Dann muss sofort der Notarzt gerufen werden.

Die blutdrucksenkende Wirkung kann besonders zu Beginn der Einnahme so stark ausgeprägt sein, dass der Patient ohnmächtig wird. Mancher Arzt gibt seinem Patienten die erste Tablette deshalb noch in der Praxis. Nierenfunktion, Blutbildung und Salzhaushalt müssen während der Therapie gut beobachtet werden. Deshalb kontrolliert der Arzt regelmäßig die Blutwerte.
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Gegenanzeigen

Bei Patienten mit sehr niedrigem Blutdruck (unter 100mmHg systolisch) oder sehr ausgeprägter Herzschwäche muss der Arzt den ACE-Hemmer besonders vorsichtig dosieren.
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Kombinationen

ACE-Hemmer werden oft mit Diuretika in einem Präparat kombiniert. Der Vorteil: Der Patient muss nur eine Tablette nehmen, die aber zwei Wirkstoffe enthält. Diuretika sind Medikamente, die den Körper entwässern und dadurch auch den Blutdruck senken.
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AT1-Antagonisten in der Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wirkung und Anwendungsgebiete

AT1-Antagonisten (auch Sartane genannt) heben die Wirkung des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin auf, indem sie die Bindungsstellen des Hormons an den Blutgefäßen und in der Niere besetzen. Die Wirkung ist der der ACE-Hemmer vergleichbar. Sie werden neben der Behandlung einer Herzinsuffizienz hauptsächlich in der Therapie der Bluthochdrucks eingesetzt. Neben ihrer blutdrucksenkenden Wirkung werden ihnen auch herz- und nierenschützende Eigenschaften zugeschrieben. Außerdem verhindern sie die Ablagerung von Blutfetten an den Gefäßwänden und beugen so Gefäßschäden vor.

AT1-Antagonisten kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden.

Bekannte Vertreter der Gruppe sind: Candesartan, Eprosartan, Irbesartan, Losartan, Olmesartan, Telmisartan, Valsartan.
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Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Die Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei den ACE-Hemmern. Hustenreiz ist allerdings wesentlich seltener, weshalb AT1-Antagonisten eine gute Alternative für Patienten sind, die ACE-Hemmer aus diesem Grund nicht vertragen.

Anders ist es beim Quincke-Ödem: Ein Patient, der ein solches Ödem durch einen ACE-Hemmer bekam, darf als Alternative keinen AT1-Antagonisten einnehmen, denn die Gefahr des Ödems ist hier ähnlich hoch. Bei Nierenkranken ist mit diesen Medikamenten besondere Vorsicht geboten.

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Kombinationen

AT1-Antagonisten liegen in Kombination mit einem Diuretikum in verschiedenen handelsüblichen Präparaten in Form einer Tablette mit zwei Wirkstoffen vor.
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Betablocker senken Puls und Blutdruck

Wirkung und Anwendungsgebiete

Betablocker besetzen bestimmte Bindungsstellen im vegetativen Nervensystem: Von den Beta-Rezeptoren des Sympathikus (sympathisches Nervensystem) verdrängen sie die körpereigenen, erregungsfördernden Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin („Stresshormone“). Dadurch wirken Betablocker gewissermaßen beruhigend: Der Puls wird langsamer, das Herz verbraucht weniger Sauerstoff, der Blutdruck sinkt. Das geschwächte Herz wird entlastet.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Substanzen, die sich in ihrer Wirkung auf die verschiedenen Rezeptoren unterscheiden.

Bekannte Vertreter dieser Gruppe sind: 1. Generation: Propranolol, 2. Generation: Atenolol, Bisoprolol, Metoprolol)
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Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Betablocker können die Erregungsleitung am Herzen stören, die Herzleistung in einen kritischen Bereich absenken sowie die Bronchien verengen. Deshalb sollten Menschen mit Asthma oder stark ausgeprägter Herzinsuffizienz nicht mit Betablockern behandelt werden. Außerdem hemmen Betablocker die Insulinausschüttung und die Glukoseverwertung, was zu einem Blutzuckeranstieg führen kann. Menschen mit Diabetes mellitus sollten wissen, dass unter der Therapie mit Betablockern die Anzeichen einer Unterzuckerung fehlen können. Nicht zuletzt gelten Potenzstörungen als unangenehme Nebenwirkung der Betablocker.
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Kombinationen

Ähnlich wie ACE-Hemmer oder AT1-Antagonisten, werden Betablocker häufig mit einem Diuretikum kombiniert. Oft sind die zwei Wirkstoffe in einem Präparat kombiniert, d.h., es muss nur eine Tablette genommen werden.
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Diuretika wirken harntreibend

Wirkung und Anwendungsgebiete

Diuretika sind harntreibende Medikamente: Indem sie dem Körper Wasser entziehen, entlasten sie das Herz und senken den Blutdruck. Diuretika werden zur Behandlung der Herzinsuffizienz und des Bluthochdrucks eingesetzt.
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Vorsicht Kaliummangel

Bei einer Diuretika-Therapie verliert der Körper allerdings nicht nur Wasser, sondern auch Salze. Besonders ein Mangel an Kalium kann zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen. Deshalb gibt es kaliumsparende Diuretika, die den Salzhaushalt nicht übermäßig belasten. Oft werden Diuretika mit unterschiedlichen Wirkprinzipien in einer „Wassertablette“ kombiniert.

Bekannte Vertreter dieser Gruppe sind: Furosemid, Hydrochlorothiazid, Spironolacton, Amilorid und Triamteren (die beiden letztgenannten nur in Kombination mit einem anderem Diuretikum)
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Nebenwirkungen

Durch die vermehrte Flüssigkeitsausscheidung kann der Blutdruck so stark absinken, dass es zu Schwindel und Ohnmacht kommt. Außerdem sind regelmäßige Blutuntersuchungen wichtig, um den Salzhaushalt zu kontrollieren. Bei zu starkem Salzverlust können Herzrhythmusstörungen und Wadenkrämpfe auftreten. Diuretika erhöhen außerdem die Neigung zur Gicht und verschlechtern den Zuckerstoffwechsel bei Diabetes.
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Gegenanzeigen

Bei stark erniedrigtem Blutdruck (unter 100mmHg systolisch) dürfen Entwässerungsmittel nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.
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Kombinationen

Diuretika lassen sich mit vielen anderen Medikamenten kombinieren, etwa mit Betablockern, ACE-Hemmern, AT1-Antagonisten und Herzgykosiden.
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Herzglykoside: Digitalis stärkt das Herz

Digitalisglykoside sind Patienten mit schwerer Herzschwäche vorbehalten. In Studien hat sich gezeigt, dass ihre Gabe einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz mit nachfolgender Krankenhausbehandlung effektiv entgegenwirkt.
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Wirkung und Anwendungsgebiete

Herzglykoside oder auch Digitalispräparate genannt, entstammen ursprünglich dem Extrakt des Fingerhuts. Ihre herzstärkende Wirkung, aber auch ihre Giftigkeit ist seit etwa 200 Jahren bekannt.

Herzglykoside steigern die Schlagkraft des Herzens und senken die Herzfrequenz. Das Herz schlägt dadurch seltener, aber kräftiger und verbraucht weniger Sauerstoff und Energie.

Herzglykoside werden eingesetzt in der Therapie der Herzinsuffizienz sowie zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

Zu den Glykosiden zählen das Digitoxin sowie das Digoxin und die synthetischen Abkömmlinge.
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Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Während Digitoxin auch bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen angewendet werden kann, ist bei Digoxin größte Vorsicht bei Nierenkranken geboten, da der größte Teil dieses Stoffes über die Nieren und nicht über die Leber ausgeschieden wird, kann es bei Nierenerkrankungen zur Anhäufung des Digoxins mit den Symptomen einer Überdosierung kommen.
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Digitalisvergiftung

Beide Wirkstoffe haben außerdem eine geringe therapeutische Breite, d.h. von der heilenden zur giftigen Wirkung ist es manchmal nur ein kleiner Schritt. Eine Digitalisvergiftung verursacht folgende Beschwerden:
  • Herzrhythmusstörungen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verwirrtheit
  • Farbsehstörungen
Im Fall einer Vergiftung wird das Medikament sofort abgesetzt, die Ausscheidung beschleunigt sowie der Wirkstoff möglichst unschädlich gemacht. Um Vergiftungen zu vermeiden, wird der Arzt bei besonders gefährdeten Patienten regelmäßig den Blutspiegel des Patienten kontrollieren.
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Kombinationen

Herzglykoside werden in der Praxis oft mit Betablockern und Diuretika kombiniert. Bei gleichzeitiger Gabe von Digitalis und Entwässerungsmedikamenten ist allerdings besondere Vorsicht geboten: Durch die erhöhte Kaliumausscheidung steigt die Gefahr der Digitalis-Vergiftung.
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Herzschrittmacher bringen das Herz in den richtigen Takt

Bei manchen Patienten reichen Medikamente und ein gesunder Lebensstil allein nicht aus, um die Herzkraft zu stabilisieren, weil die Herzkammern gegeneinander arbeiten. Um die Aktion beider Kammern zu synchronisieren, ist ein Herzschrittmacher, der beide Herzkammern stimuliert oft hilfreich. Er unterstützt das Herz, seine Arbeit effektiver auszuführen, hat aber keinen Einfluss auf die Herzkraft selbst.

Besonders jüngere Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz können von einem Schrittmacher mit zusätzlicher Defibrillator-Funktion profitieren. Das kleine Gerät erkennt gefährliche Rhythmusstörungen und führt durch gezielte Stromstöße das Herz bei Gefahr in seinen gewohnten Takt zurück.

In seltenen Fällen ist das Herz so stark geschwächt, dass nur eine Herztransplantation, also die Einpflanzung eines Spenderherzens, das Leben des Patienten retten kann. Allerdings darf der Patient dann keine weiteren schweren Erkrankungen haben.

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Mann hustet
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ACE-Hemmer senken den Blutdruck. Sie können jedoch als Nebenwirkung Husten auslösen. Dann sollte ein anderer Wirkstoff gewählt werden, den man besser verträgt.
Tablettenbox
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Für alle Blutdrucksenker gilt – regelmäßig und am besten immer zur gleichen Uhrzeit einnehmen. Nur dann können die Medikamente optimal wirken.
Grafik: Querschnitt der Niere
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Unter ACE-Einfluss scheidet die Niere mehr Wasser und Kochsalz aus und die Gefäße erweitern sich. Dadurch sinkt der Blutdruck.
Beine stehen auf der Waage
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Tägliches Wiegen ist eine gute Kontrolle, ob Diuretika richtig wirken. Sie schwemmen eingelagertes Wasser aus dem Körper aus und entlasten so das Herz und senken den Blutdruck.
Blüte des Fingerhuts
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Fingerhut enthält Herzglykoside. Sie sind Ausgangsbasis für Digitalis-Herzmedikamente. Sie lassen das Herz ökonomischer arbeiten, sodass es mehr Leistung trotz Schwäche bringen kann.